Andrea Robbi, Maler 1864 - 1945

Abstammung:
Andrea Robbi ist ein Kind einer typischen Engadiner Familie. Die Eltern stammen aus Sils im Engadin und Davos
Berufe der Eltern:
Zuckerbäcker in Carrara und Saluzzo, (Italien)
Sommerzeit:
Die Ferien verbrachten sie in Sils im elterlichen Haus
Schule:
Sils, später in Chur.
Studienorte:
Akademie in München (mit Giovanni Giacometti), Dresden, Mailand, Rom und Paris. Dazu kommt eine kurze Ausbildung bei Barthelémy Menn in Genf.

Lebenslauf:
Sowohl das Werk wie auch das Leben von Andrea Robbi sind bis jetzt unvollständig erforscht.
Er war ein hochbegabter junger Mann der begütert und weltgewandt aufwuchs.
Mit dem Tod seines Vaters im Jahr 1898 scheint bei ihm, erst 34-jährige, eine Geisteskrise zu beginnen. Ab da beginnt die tragische Existenz, begünstigt durch die  zu strenge Mutter. Nach dem Tod der Mutter 1907 ist er in Sils allein gelassen und muss diese alleine tragen.
Er arbeitete nicht mehr und verbrachte fast 47 Jahre einsam in seinem verdunkelten Haus. „Sper l‘Ovetta“. 1945 starb er in großen Einsamkeit in Armut im Spital von Samedan, nachdem er halb erfroren aufgefunden wurde.

Bilder:
Nur wenige Bilder sind bekannt und erhalten. Diese sind aus der Schaffensperiode 1870 – 80- 90. In den 30er Jahren hatte er noch einige Bilder gemalt, die leider bis jetzt nicht gefunden wurden. Eine Ausnahme bildet die „letzte Landschaft“, einen Schwanengesang. Die zeigt einen neuen, modernen Stil und hebt sich deutlich von den früheren Bildern ab. Soll dies bedeuten, dass Andrea Robbi nach fast 50 Jahren Schaffensruhe eine neue innerer Geisteshaltung einnahm und ein  Meisterwerk lieferte. Hat er von dem hochintellektuellen Milieu in Sils zwischen Friedrich Nietzsche und Annemarie Schwarzenbach profitiert?

Ausstellungen:
1984 „Das Oberengadin in der Malerei"
1985 Andrea Robbi, im Segantini-Museum

Stiftung:
1990 wurde die „Andrea-Robbi-Stiftung" gegründet mit dem Ziel, ein Museum zu realisieren.

Bild: Hirtenbub bei der Fexschlucht. Undatiert (zw 1888 und 1898) Privatbesitz